Der Anfang
Ich bin mir sicher, die Meisten von Euch kennen dieses Gefühl. Dieses Gefühl im Leben festzustecken. Das Leben als solches für eine Zeit lang nicht mehr zuspüren. Sich über alles unnötig viele Gedanken zu machen. Gedanken, die uns davon abhalten das Leben zu spüren. Das Leben in vollen Zügen zu genießen. Die Frage nach dem Sinn. Was ist der Sinn meines Lebens? Was mache ich hier überhaupt? Und vor allem: Wer bin ich?
Diese und noch viele viele weitere Fragen, die wahrscheinlich niemals zu beantworten sind, beschäftigen mich schon so lange ich denken kann. Während meiner Schulzeit, meiner Ausbildung und auch jetzt in meinem Studium. Ich kann einfach nicht aufhören mir diese Fragen zu stellen. Sie kommen automatisch. Fakt ist: ich habe mich wahrscheinlich noch nie im Leben so richtig dazugehörig gefühlt. Die moderne Welt und mit ihr die Prioritäten des modernen Lifestyles, sie erscheint mir so fremd, so gar nicht logisch.
Trotz all dieser Fragen und Unsicherheiten. hatte ich dennoch immer ein ganz angenehmes Leben. Ich kann mich nicht beklagen. Und dennoch begannen sie ganz plötzlich, etwa vor drei Jahren und veränderten mein Leben von einer Sekunde auf die nächste.
Mentale "Probleme", "Instabilitäten", "Depressionen", "Angsterkrankungen", "Disillusionen". Während der schier unendlichen Reise durch dieverse Arzt- und Therapiepraxen, bekommt man so einige Begriffe an den Kopf geknallt, welche alle samt einen bitteren Geschmack hinterlassen. Ich kann Euch gar nicht genau sagen, was passiert ist und womit ich diese bis dato so ungewohnten Gefühle beschreiben soll. Auf meiner Überweisung für die Psychotherapie steht "Generalisierte Angststörung/Anpassungsstörung" und "Depression". Ich bin mir sicher durch diese Betitelung können sich die meisten Leute etwas vorstellen. Jedoch bin ich mir auch sicher, dass die meisten Leute eine falsche Bewertung treffen werden.
Während meiner nun beinahe drei Jährigen Reise durch alle möglichen Gefühlszustände hab ich so viel über mich und die Welt gelernt. Was mir am aller meisten geholfen hat, die unangenehmsten Tage zu überstehen, waren Erfahrungsberichte anderer Menschen, die Ähnliches erfahren haben. Es gibt so unfassbar viel Kraft zu hören oder zu lesen, dass es noch vielen anderen Menschen genauso geht wie dir. Darum möchte ich versuchen, Euch mit diesem Blog eine Hilfestellung zu geben.
Von dem Gefühl totaler Hoffnungslosigkeit vor zwei Jahren bin ich nun an einem Punkt der Akzeptanz und teilweise schon Dankbarkeit angekommen und möchte Euch die Geschichte gerne erzählen.
Mentale Probleme haben in der Öffentlichkeit einen sehr negativen Ruf, allein schon die Bezeichnung "Problem" trägt dazu bei, dass Betroffene diese Gefühlszustände negativ werten und dadurch in einen Teufelskreis aus noch mehr unangenehmen Gefühlen geraten. Ich jedoch bin mir inzwischen sicher, dass nichts in deinem Körper und in deinem Kopf passiert um Dir zu schaden. Unser kompletter Oragnismus arbeitet jede Sekunde unseres Lebens daran, dass wir uns so gut fühlen, wie es nur möglich ist. Wenn unser Körper merkt, dass wir an Energie verlieren, macht er uns mit Magenknurren darauf ausmerksam, dass es allmählich an der Zeit ist etwas zu Essen, damit wir auch weiterhin energiegeladen den Tag genießen können. Haben wir uns zu viel zugemutet oder sind einfach schon zu lange aktiv, zeigt uns unser Körper durch Müdigkeit auf, dass es an der Zeit ist uns auszuruhen, damit wir danach frisch und gestärkt den nächsten Tag genießen können. Mit Schmerzen macht unser Körper auf mögliche Probleme aufmerksam, welche wir ohne diese wahrscheinlich niemals erkennen würden. All diese Mechanismen dienen unserem Wohlbefinden. Nur weil psychische "Probleme" schwerer zu entschlüsseln sind und uns dadurch mehr Angst machen können, haben sie dennoch keine böse Absicht. Sie machen uns darauf aufmerksam, dass unser wahres, reines Ich im Inneren sehr unglücklich ist und dass wir aufhören müssen, diese Unglücklichkeit zu unterdrücken. Der Mensch hat die wundervolle Fähigkeit unfassbar viele Emotionen spüren zu können und all diese sollten auch zugelassen und genutzt werden.
Ich bin weder Mediziner noch Therapeut. Ich bin einfach nur ein junger Mensch, der mit Hilfe seiner Psyche extrem viel über das Leben und sich selber gelernt hat. Und ich möchte all dieses an andere weitergeben, die eventuell noch nicht ihren Frieden mit ihrer Psyche geschlossen haben. Denn in den meisten Fällen sind mentale "Probleme" gar keine Probleme sondern Möglichkeiten das eigene Leben zu verbessern und die wahre Glücklichkeit im Leben zu erkennen und zu manifestieren.
Ich starte diesen Blog auch um mich selber daran zu erinnern, wie wichtig all diese Gefühle sind und dass wir keine Angst vor ihnen haben müssen.
In den kommenden Posts möchte ich Euch meine Geschichte erzählen und meine Gedanken mit Euch teilen und hoffentlich dem ein oder anderen etwas Mut machen.
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